Markterkundung gemäß § 28 VgV - Bereitstellung von Earnings-Call-Daten und textbasierten Analysefunktionen
Markterkundung gemäß § 28 VgV - Bereitstellung von Earnings-Call-Daten und textbasierten Analysefunktionen
Diese Markterkundung dient ausschließlich der Informationsgewinnung und Vorbereitung eines möglichen Vergabeverfahrens. Sie stellt weder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots noch eine Vorabinformation im Sinne des Vergaberechts dar. Ein Vergabeverfahren wird gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt eingeleitet. 2. Zielsetzung und Anforderungen Die im Rahmen der Markterkundung zu prüfenden Dienstleistungen sollen idealerweise eine umfassende, globale und historische Datenbank von Earnings-Call-Transkripten mit laufender Aktualisierung und einer für empirische Analysen geeigneten Panelstruktur umfassen. Die Daten sollen Vergleiche über Unternehmen und Zeit sowie Verknüpfungen mit internen oder externen Datenbeständen ermöglichen. Für Panelanwendungen ist relevant, ob Exporte den gewählten Beobachtungsraum vollständig abbilden und auch Beobachtungen ohne Treffer bzw. mit Nullwerten enthalten, damit Aggregationen, Durchschnittsbildungen und Merges konsistent möglich sind. Ein zentraler Bedarf ist die flexible Konstruktion themenbezogener Kennzahlen auf Ebene einzelner Earnings Calls. Die Lösung soll es ermöglichen, frei definierbare Themenabfragen zu relevanten Fragestellungen zu erstellen und daraus quantitative Maße für die thematische Präsenz (Exposure), die Erwähnung von Risiken oder Unsicherheit (Risk) sowie positive, negative und daraus ableitbare bzw. unmittelbar bereitgestellte Netto-Sentiment-Kennzahlen (Net Sentiment). Relevante Themenfelder sind etwa Inflation, Lieferketten, Finanzierungskonditionen, Geldpolitik, geopolitische Risiken, Länderexposure, Arbeitsnachfrage oder klimabezogene Transformationshemmnisse. Themen sollen durch Nutzer angepasst oder neu definiert werden können. Für die fachliche Qualitätssicherung soll der Prozess der Themen- und Suchbegriffskonstruktion transparent und nachvollziehbar sein. Von Interesse sind Funktionen zur Erweiterung und Validierung von Suchbegriffen und zur Prüfung der Treffer im Transkripttext. Aggregierte Exposure-, Risk- und Sentimentwerte sollen auf die zugrunde liegenden Textstellen zurückgeführt werden können. Suchdefinitionen, Validierungsschritte und Ergebnisse sollen zur Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit exportierbar sein. Die methodische Grundlage soll dokumentiert und für wirtschaftswissenschaftliche Anwendungen geeignet sein. Anbieter sollen textanalytische Verfahren, Validitätsprüfung und wissenschaftliche oder institutionelle Referenzen darlegen können. Von besonderem Interesse sind dokumentierte Anwendungen bei Zentralbanken, Finanzinstitutionen oder öffentlichen Forschungseinrichtungen sowie wissenschaftliche Referenzen. Von Interesse sind zudem dokumentierte Standardindikatoren, etwa zu Länder-, politischen oder geschäftlichen Risiken, die für wiederkehrende Analysefragen genutzt oder angepasst werden können. Die Nutzung soll über einen passenden Workflow für Fachanwender möglich sein, der Themenkonstruktion, Validierung, Erzeugung und Ausleitung der Analyseergebnisse integriert. Erforderlich ist eine webbasierte Benutzeroberfläche oder ein vergleichbarer Zugang sowie strukturierte Exporte, insbesondere als CSV. Anbieter sollen zudem beschreiben, welche weiteren technischen Schnittstellen, Team- und Kollaborationsfunktionen, Nutzungsgrenzen sowie Unterstützungs- und Onboarding-Leistungen zur Verfügung stehen. Zur Überprüfung der Angaben sollen nach Möglichkeit zeitlich befristete Testzugänge einschließlich der relevanten Analyse- und Exportfunktionen bereitgestellt werden. Im Testzeitraum muss eine fachliche Prüfung anhand eigener Fragestellungen möglich sein. Exportierte Daten und Analyseergebnisse sollen für Prüfzwecke temporär in den geschützten IT-Umgebungen der Deutschen Bundesbank gespeichert und mit anderen Datenbeständen verknüpft werden dürfen. Die Anbieter werden gebeten, in ihrer Rückmeldung die Datenabdeckung, Aktualisierungsfrequenz, methodischen Grundlagen, technischen Bereitstellungsformen sowie Einschränkungen von Nutzung und Export transparent darzustellen.