Radiologie Simulator
Radiologie Simulator
Gegenstand der beabsichtigten Beschaffung ist ein virtuelles Trainings- und Simulationssystem für die praxisnahe Aus- und Weiterbildung in der Strahlentherapie (Radioonkologie). Das System soll die Lücke zwischen theoretischer Ausbildung und praktischer Tätigkeit am klinischen Linearbeschleuniger schließen. Hierzu muss eine realitätsnahe, interaktive 3D-Simulation eines Bestrahlungsraums einschließlich Linearbeschleuniger, Patiententisch und Patientenanatomie bereitgestellt werden. Die Lernenden sollen typische klinische Arbeitsabläufe, Gerätebewegungen, Patientenlagerungen und Bestrahlungssituationen realitätsnah durchführen und deren Auswirkungen unmittelbar nachvollziehen können, ohne einen klinischen Linearbeschleuniger zu belegen und ohne Risiken für Patientinnen und Patienten. Für den vorgesehenen Lehr- und Ausbildungszweck sind insbesondere folgende funktionale Anforderungen wesentlich: - realitätsnahe dreidimensionale Simulation eines vollständigen radioonkologischen Bestrahlungsraums einschließlich Linearbeschleuniger und Patiententisch; - interaktive Simulation der mechanischen Bewegungen des Linearbeschleunigers und des Patiententisches entsprechend der Bedienung im klinischen Umfeld; - Einbindung anatomischer CT-Daten von Patienten in die virtuelle Trainingsumgebung; gemeinsame dreidimensionale Darstellung der Patientenanatomie, der mechanischen Gerätebewegungen sowie der für die Bestrahlung relevanten Strahlenfelder und Dosisverteilungen; - Visualisierung der ansonsten nicht unmittelbar sichtbaren Strahlengeometrie bzw. Strahlenfelder am virtuellen Patienten zur didaktischen Vermittlung der Zusammenhänge zwischen Geräteposition, Patientenanatomie und Bestrahlungsplanung; - Darstellung und Vermittlung komplexer Bestrahlungstechniken und -konzepte, insbesondere IMRT, VMAT und stereotaktischer Bestrahlungsverfahren; - realitätsnahe Simulation der Patientenpositionierung und der räumlichen Beziehung zwischen Patient, Behandlungstisch und Bestrahlungsgerät einschließlich Kollisionssituationen; - Möglichkeit zur Simulation fehlerhafter oder kritischer Situationen, sodass Fehlhandlungen und deren Auswirkungen ohne Gefährdung von Patientinnen und Patienten oder Beschädigung klinischer Geräte trainiert und analysiert werden können; Unterstützung eines interprofessionellen Trainings von MTR, Ärztinnen und Ärzten sowie Medizinphysikerinnen und Medizinphysikern; - Möglichkeit einer herstellerübergreifenden Ausbildung durch Simulation von Linearbeschleunigern unterschiedlicher marktüblicher Hersteller, sodass die Ausbildung nicht ausschließlich auf ein bestimmtes klinisches Gerätemodell beschränkt ist; - möglichst realitätsnahe Gerätebedienung, insbesondere durch entsprechende virtuelle und/oder physische Bedienelemente bzw. Handbediengeräte; - Eignung sowohl für die Demonstration im Lehrbetrieb als auch für interaktive praktische Übungen durch die Lernenden. Nach derzeitiger Marktkenntnis erfüllt das System VERT (Virtual Environment Radiotherapy Training) diese Anforderungen in ihrer erforderlichen Kombination. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die integrierte Verknüpfung der mechanischen und räumlichen Simulation eines Linearbeschleunigers mit patientenbezogenen anatomischen CT-Daten sowie der dreidimensionalen Visualisierung von Strahlenfeldern und Dosisverteilungen innerhalb einer gemeinsamen interaktiven Trainingsumgebung. Reine Bestrahlungsplanungssoftware, allgemeine VR-Systeme oder Simulationssysteme für die radiologische Diagnostik erfüllen den vorgesehenen Beschaffungszweck nicht, sofern sie lediglich einzelne Teilaspekte, beispielsweise Dosimetrie, Gerätevisualisierung oder diagnostische Bildgebung, abbilden. Erforderlich ist vielmehr die vorgenannte integrierte Simulation des vollständigen radioonkologischen Behandlungs- und Trainingskontextes. Die Beschaffung dient insbesondere der praxisnahen und patientensicheren Qualifizierung der Lernenden. Ein vergleichbares Training ausschließlich an klinisch eingesetzten Linearbeschleunigern ist nicht gleichwertig, da hierdurch klinische Behandlungskapazitäten gebunden würden und Fehler- sowie Notfallszenarien aus Gründen der Patienten- und Betriebssicherheit nicht in vergleichbarer Weise trainiert werden können. Mit dieser Ex-ante-Bekanntmachung soll zugleich festgestellt werden, ob neben dem nach derzeitiger Marktkenntnis in Betracht kommenden System VERT weitere am Markt verfügbare Lösungen existieren, welche die beschriebenen funktionalen und technischen Anforderungen für den vorgesehenen Ausbildungszweck vollständig und in gleichwertiger Weise erfüllen können.