Bereitstellung, Customizing, Betrieb sowie Weiterentwicklung eines landesweiten touristischen Datenmanagementsystems
Bereitstellung, Customizing, Betrieb sowie Weiterentwicklung eines landesweiten touristischen Datenmanagementsystems
Mit der Beschaffung werden folgende Bedürfnisse und Anforderungen (Ziele) verbunden: Vor dem Hintergrund neuer strategischer und rechtlicher Grundlagen (Tourismusstrategie Brandenburg (2023), Unternehmenskonzeption der TMB (2025), EU Artificial Intelligence Act bzw. die Verordnung über künstliche Intelligenz u.a.) einerseits, und der grundsätzlichen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung (insbesondere KI) andererseits, möchte die TMB ein neues einheitliches Datenmanagement als Grundlage der Arbeit im Contentnetzwerk Brandenburg beschaffen. Im Kern soll ein Datenmanagementsystem für alle Arten bzw. Typen von Daten und Contents (B2C und B2B) mit folgenden Bestandteilen zur Verfügung gestellt werden: - Eingabemanagement/ Pflege-Schicht - KI- und Service-Schicht - Ausgabemanagement/ Ausspielungs-Schicht Die angestrebte Zielarchitektur basiert auf am Markt etablierten, wartbaren und personell beherrschbaren Technologien sowie offenen Standards. Zur Sicherung der digitalen Souveränität wird bewusst auf proprietäre Sonderentwicklungen verzichtet und stattdessen auf modulare, zukunftssichere Softwarestrukturen gesetzt. Durch einen konsequenten API-First-Ansatz soll zudem sichergestellt werden, dass einzelne Funktionsmodule jederzeit herstellerunabhängig ausgetauscht, erweitert und nahtlos an beliebige Drittsysteme angebunden werden können. Die heutige Trennung der POIs und Touren (DAMAS), Veranstaltung (TDH) sowie Medien (Medienarchiv) soll in einem Datenmanagementsystem konsolidiert werden. Dies trifft auch auf die Inhalte des B2B Portals sowie der Portale des B2C Website-frameworks. Damit soll der Umsetzung eines "Headless CMS Ansatzes" Vorschub geleistet werden, das auf eine komplette Trennung von Inhalt und Design abzielt. In seiner jetzigen Ausprägung ist das Datenmanagement - historisch bedingt - zentralistisch aufgebaut. Die Steuerung und Koordination des Systems liegt bei der TMB. So werden bspw. alle Mandanten von der TMB angelegt (inkl. Benutzerverwaltung, Rechtesteuerung, Vertragswesen etc.). Im zukünftigen System soll ein weniger hierarchisches und flexibles System zur Anwendung kommen. Dabei nehmen die elf Reiseregionen des Landes eine zentralere Rolle als bisher ein. Sie sollen eigene Instanzen des Landessystems erhalten, um bspw. die regionalen Redakteure selbständig zu steuern. Die regionalen Instanzen sind technisch vollständig eigenständige Systeme. Es handelt sich daher nicht um ein klassisches zentrales Mandantensystem mit lediglich logisch getrennten Sichten auf einen landesweiten Datenbestand. Vielmehr verfügt jede Instanz über eine eigene Datenhaltung bzw. Datenbank mit eigener Mandantenstruktur. Der Datenaustausch soll über definierte Synchronisationsmechanismen zwischen den eigenständigen Instanzen erfolgen. Datenbankarchitektur - Die zentrale Dateneingabe für die TMB und das Contentnetzwerk Brandenburg verteilt sich, wie oben dargestellt, über die POI-Datenbank DAMAS, die Veranstaltungsdatenbank (TDH) und das Medienarchiv. Somit gibt es, abgesehen vom Geoinformationssystem QGIS, keine zentrale und generische Datenhaltung. Hauptziel ist es, nur noch ein System zum Daten- und Contentmanagement zu betreiben. Dies betrifft auch das gegenwärtig solitär betriebene B2B-Portal und die Portale des B2C Websiteframeworks. - Die Architektur soll gleichzeitig durch die Umsetzung eines Instanzenmodells dezentralisiert werden, um die Vorteile der landesweiten Zusammenarbeit zu nutzen, aber auch die Individualität der Partner, insb. der Reiseregionen, zu ermöglichen. So wird ein schlankes Standard-Rollen- und Rechtesystem ermöglicht, das innerhalb der Instanzen differenziert werden kann. - Das Datenmodell wird - aufbauend auf der Integration der Daten der oben beschrieben Datenbänke und der heute getrennten B2B Daten weiterentwickelt. Als Landesstandard wird ein Datenmodell für alle Datentypen entworfen. - Es wird ein landesweiter Qualitätsstandard eingeführt. - Die Zusammenführung aller Daten und Contents in ein einheitliches Datenmodell und eine technische Infrastruktur bietet die Grundlage für die Umsetzung eines "Headless CMS-Ansatzes". Eingabemanagement - Für die Eingabe von Daten und Contents soll es nur noch eine Oberfläche geben. - Inhalte sollen aus externen Systemen via API in das Landessystem importiert werden können. - Die Nutzung von responsiven, möglichst barrierearmen Eingabeoberflächen wird angestrebt. KI- und Serviceschicht - Die Dateneingabe soll mit Unterstützung von KI-Anwendungen weitestgehend automatisiert werden. - Bereitstellung von KI-gesteuerten Dashboards für das Management und Monitoring der Datenbank sowie einem damit verbundenen Taskmanager. - Entwicklung und Bewirtschaftung einer Graph-RAG-fähigen Infrastrukur als Basis interner Wissenssysteme und Gästeservices Ausgabemanagement - Bereitstellung einer einfach zu bedienenden Managementoberfläche für das Ausgabemanagement - Bereitstellung von konfigurierbaren Standard-APIs (REST / GraphQL) - Bereitstellung von Konnektoren zu gängigen Inventarsystemen - Bereitstellung von konfigurierbaren barrierefreien Widgets - Bereitstellung eines konfigurierbaren MCP-Servers und eines WebMCP-Service - Bereitstellung einer lesenden WebDAV Schnittstelle für Medien, mit der Daten direkt, z.B: im Windows Explorer als Verzeichnisse dargestellt werden können - Bereitstellung eines Medienportals, auf dem Medien für diverse Interessenten mit den hinterlegten Lizenzen downloadbar zur Verfügung gestellt werden.