Aktualisierung des Waldbiotopbestandes im Vorlauf zur Forsteinrichtungserneuerung im öffentlichen Wald nach dem Verfahren der Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg (WBK)

Deadline:6 Oct 2026, 10:00

Tender information
Freiburg im Breisgau, Stadtkreis
Type
Contract
Procedure
Open procedure
Ref. number
446-164-4-2026
Duration
01/01/2027 - 30/06/2030
Az. 446-164-4-2026 Aktualisierung des Waldbiotopbestandes im Vorlauf zur Forsteinrichtungserneuerung im öffentlichen Wald nach dem Verfahren der Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg (WBK) Allgemeine Leistungsbeschreibung Die Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg (WBK) erfasst landesweit in sämtlichen Waldbesitzarten die nach § 30a Landeswaldgesetz, § 30 Bundesnaturschutzgesetz und §33 Naturschutzgesetz BW geschützten Biotope sowie weitere aus Sicht des Biotop- und Artenschutzes wichtige Flächen in Form von Sach- und Geodaten. Da Waldbiotope Veränderungen durch sukzessionale Prozesse, Pflegemaßnahmen oder Beeinträchtigungen unterliegen, ist eine turnusmäßige Aktualisierung (Fortschreibung) des Biotopbestandes erforderlich. Außerdem werden Flächen nachbearbeitet, für deren biotoprelevante Beurteilung aktuelle Datengrundlagen (z. B. hinsichtlich der Standortskartierung) bislang nicht oder in nicht ausreichender Genauigkeit vorlagen. Es werden demnach im Rahmen der WBK-Aktualisierung neue Biotopflächen ausgewiesen sowie bestehende bestätigt, modifiziert oder gestrichen. Außerdem erfolgen eine Beurteilung der Beeinträchtigung von Biotopflächen und eine schutzzielorientierte Maßnahmenplanung. Innerhalb der FFH-Gebiete erfolgt auch eine Erhebung von Bewertungs-Parametern in Biotopen, die Lebensraumtypen entsprechen. Außerdem werden innerhalb der FFH-Gebiete für definierte Arten Erhaltungsmaßnahmen bestandesscharf verortet. Außerhalb der FFH-Gebiete erfolgt ebenfalls eine Ansprache von FFH-Lebensraumtypen und eine Einschätzung des Erhaltungszustandes nach Maßgabe FVA. Der Auftrag umfasst die projektweise Aktualisierung des Datenbestandes der Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg in- und außerhalb von FFH-Gebieten. Da die Fortschreibung im Vorlauf zur Forsteinrichtungserneuerung stattfindet, sind die Arbeiten größtenteils termingebunden und müssen innerhalb eines häufig sehr engen zeitlichen Rahmens abgeschlossen werden. Dieses erfordert vom Auftragnehmer eine sorgfältige Planung, Organisation und Abstimmung der einzelnen Arbeitsschritte. Die Landkreisgrenzen und die Abgrenzungen der aktuellen FFH-Gebietskulisse bilden dabei die Außengrenze der in Rahmen dieses Auftrags zu bearbeitenden Kartierprojekte. Die genaue Bearbeitung eines Projekts erfolgt nach Maßgabe FVA-Kartierleitung. Diese wird in Form von detaillierten Projektaufträgen und Potentialkarten bereitgestellt. Weitere Grundlage der Arbeiten ist das Kartierhandbuch der Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg (WBK) in der derzeit aktuellen 12. Auflage. Die FVA stellt erforderlichenfalls dem Auftragnehmer weitere Schriftstücke zur Erfüllung des Auftrages bereit. Die Beschreibung des Kartierbereichs der WBK innerhalb dieser Projektgebiete ist dem als Anlage zu dieser Ausschreibung beigefügten WBK-Kartierhandbuch (Teil A, Kap. 2.2) zu entnehmen. Die FVA-Kartierleitung behält sich vor das Kartierverfahren projektweise anzupassen, z. B. hinsichtlich Art und Umfang der Bearbeitungsintensität von in großer Anzahl auftretender morphologischer Strukturen in ähnlicher Ausprägung wie z.B. Felsen im Südschwarzwald oder Gewässer oder die Erhebung von Parameter des Erhaltungszustandes spezifischer Biotoptypen, z.B. Moorwälder. Da die letzte Aktualisierung der WBK in den Projektgebieten mindestens mehr als zehn Jahre zurückliegt, beinhalten die beauftragten Leistungen v.a. umfangreiche Geländetätigkeiten einschließlich der hierfür erforderlichen Vorarbeiten sowie die digitale Bearbeitung der als Ergebnis der Geländekartierung gewonnenen Sach- und Geodaten. Die Aktualisierung wird in engem Kontakt mit der FVA, Abt. Waldnaturschutz, und den örtlichen Forstbehörden, insbesondere den zuständigen Revierleitern, durchgeführt. Darüber hinaus ist gegebenenfalls auch ein fachlicher Austausch mit betroffenen Einrichtungen der Forst- und Naturschutzbehörden notwendig. Außerdem erfolgt eine intensive Zusammenarbeit mit den FVA-Vertragsnehmern "WBK-Datenhandling", "WBK-Stab/Qualitätssicherung" sowie "WBK-Datenbankentwicklung". Zur Dokumentation der Arbeiten sind projektbezogene Abschlußberichte nach Vorlage der FVA zu fertigen. Landesforstverwaltung und ForstBW verfolgen im Rahmen der Waldbewirtschaftung das Ziel, naturschutzfachliche Anforderungen zu integrieren. Die Anforderungen an einen "integrierten Bewirtschaftungsplan" im Sinne der FFH-RL Art 6 (1) umfassen in den Natura 2000-Gebieten: - Übernahme der naturschutzfachlichen Erhaltungsziele und -maßnahmen aus dem jeweiligen Natura 2000- Managementplan in den Bewirtschaftungsplan - Umfassende Abarbeitung von Zielkonflikten Dieses macht auch eine konkrete, bestandesscharfe Darstellung der Erhaltungsmaßnahmen für bestimmte Natura2000-Arten (Liste mit Gebieten und Arten im Anhang) im Wald innerhalb der FFH-Natura2000-Kulisse erforderlich, inklusive der Abarbeitung von Zielkonflikten und Abwägung aller Waldfunktionen. Daher werden im Rahmen der Waldbiotopkartierung waldortscharfe Maßnahmenflächen im Bereich von Lebensstätten dieser Natura 2000-Arten im Wald ausgewiesen. In bestehenden oder neu auszuweisenden Biotopen sollen im Rahmen dieses Auftrages gezielt Erhaltungsmaßnahmen der Managementpläne verortet werden. Die Daten sollen in der bereitgestellten Software (Access-Frontend) erfasst werden.

Aktualisierung des Waldbiotopbestandes im Vorlauf zur Forsteinrichtungserneuerung im öffentlichen Wald nach dem Verfahren der Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg (WBK)

Das für die Vertragslaufzeit der Rahmenvereinbarung "WBK-Aktualisierung" von 01.01.2027 bis 30.06.2028 geschätzte Leistungsvolumen für die im Rahmen der WBK-Aktualisierung zu erbringenden Leistungen beträgt einschließlich einer gegebenenfalls erforderlichen Einarbeitungszeit insgesamt 1.566 Personentage. Für das Projektjahr 2027/2028 wird der Arbeitsschritt "Kartierung" mit 1.227 Personentagen geschätzt. Die beiden weiteren Arbeitsschritte werden für das Projektjahr 2027/2028 mit 52 bzw. 287 Personentagen geschätzt (s. Tabelle 1). Das für die optionalen Vertragsverlängerungen geschätzte Leistungsvolumen ergibt sich aus der Tabelle der "Arbeitsvolumen der Laufzeit bis 2027-2028" . (Lt. Nr. 5. "Umfang der jährlichen Arbeiten / Aufwandsschätzung" der Leistungsbeschreibung) Die angegebenen Personentage stellen Schätzwerte auf Grundlage des bei Einleitung des Vergabeverfahrens prognostizierten Bedarfs dar und dienen ausschließlich der Kalkulation der Angebote. Die Schätzwerte begründen weder einen Anspruch des Auftragnehmers auf einen bestimmten Leistungsumfang noch eine Verpflichtung des Auftraggebers, Leistungen in dem geschätzten Umfang abzurufen. Die verbindliche Obergrenze der Rahmenvereinbarung bildet die in den Vergabeunterlagen festgelegte Höchstmenge an Leistungsstunden. Mit Erreichen dieser Höchstmenge endet die Rahmenvereinbarung, auch wenn die vereinbarte Vertragslaufzeit einschließlich etwaiger Vertragsverlängerungen noch nicht vollständig ausgeschöpft ist. Die Eignungsvoraussetzungen und die vorzulegenden Nachweise ergeben sich aus den Bewerbungsbedingungen (Ziffer 7) sowie der Eignungsanlage (Anlage Eignungsnachweise) der Vergabeunterlagen. Die maßgeblichen Anforderungen sind dort vollständig aufgeführt. Folgende Eigenerklärungen sind mit dem Angebot einzureichen: - Erklärung, dass der Bieter bzw. seine eingesetzten Mitarbeiter über Erfahrungen im Umgang mit folgender Software verfügen: - ESRI ArcGIS Desktop 10.5, (mind.) Lizenzierungsstufe Standard, versionierte Replicas in ESRI File oder Personal Geodatabase Format, - ESRI ArcGIS Desktop Data Reviewer Extension 10.5, - ESRI ArcGIS Pro, - WBK-ACCESS-Datenbank, insbesondere Frontend zur Datenerfassung, - MS Office 2010. - Erklärung, dass Kenntnisse in der Handhabung und hinsichtlich des Inhaltes folgender Datenbanken und Informationssysteme in ausreichendem Maße vorhanden sind: - Standortsdatenbank und digitale Standortskarte des Südwestdeutschen Standortskundlichen Verfahrens - Forsteinrichtung Baden-Württemberg. - Erklärung, dass in ausreichendem Maße Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die relevanten forstlichen und externen Geobasis- und Fachdaten und deren konkrete Anwendung vorliegen, insbesondere auch hinsichtlich der verwendeten FoGIS-Geometrien im Rahmen der WBK-Digitalisierung. - Erklärung, dass in ausreichendem Maße Artenkenntnisse der Flora von Baden-Württemberg vorhanden sind, z.B. Feldbotanik-Zertifikat SW 400 BERBERIS oder BA-NU Feldbotanik Zertifikat Silber - Erklärung, dass die für die Ausführung der Dienstleistung notwendigen technischen Gerätschaften eingesetzt werden. - Erklärung, dass die für die Ausführung der Dienstleistung im Ausführungszeitraum erforderliche Arbeitskapazität vorhanden ist. - Auflistung aller bei der Erfüllung der ausgeschriebenen Leistungen eingesetzten Mitarbeiter und ihrer jeweiligen beruflichen Qualifikation. - Benennung einer verantwortlichen Person für die unternehmensinterne Objektabwicklung und als alleinige Kontaktperson zum Auftraggeber. - Nennung von Referenzen aus den letzten 3 Jahren zum Nachweis der Kompetenz und Erfahrung in der Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg einschließlich der FFH-Basisdatenerfassung sowie der Verortung von artspezifischen Erhaltungsmaßnahmen, insbesondere für die Arbeitsbereiche "organisatorische und inhaltliche Kartiervorbereitung", "Geländeerfassung /Datenbearbeitung" und "Digitalisierung der Kartierergebnisse mit interner Qualitätssicherung ". Folgende Nachweise sind auf Anforderung des Auftraggebers vorzulegen: - Vorlage von Nachweisen (in einfacher Kopie) über die berufliche Qualifikation Diplom-Forstwirt (Universität) oder vergleichbarer Universitätsabschluss für die Mitarbeiter in der Kartierung und mindestens forstlicher FH-Abschluss oder vergleichbarer Abschluss für die Mitarbeiter im Bereich Digitalisierung. - Vorlage eines beispielhaften Ergebnisnachweises aus einem abgeschlossenen WBK-Kartierprojekt mit FFH-Gebiet in textlicher (Biotopbeschreibungen in Belegform, Bericht) und kartographischer Form. - Detaillierte Beschreibung der beim Bieter zur GIS-Bearbeitung (Übergabe-, Übernahme- und Prüfroutinen für die Geodaten auf ESRI ArcGIS Desktop 10.5 oder höher und MS-Access) vorhandenen Hard- und Softwareausstattung. - Vorlage eines Konzeptes des Mitarbeitereinsatzes bei Krankheitsfällen oder Arbeits-spitzen. - Auflistung der für eine Ausführung durch Unterauftragnehmer (hierzu zählen auch verbundene Unternehmen) vorgesehenen Leistungsteile. Auf ein mögliches späteres Ver-langen der Vergabestelle hat der Bieter zur Feststellung der erforderlichen Eignung die Namen der vorgesehenen Unterauftragnehmer zu benennen und deren Bereitschaft zur Übernahme der jeweiligen Unterauftragnehmer-Leistung im Auftragsfall nachzuweisen. Der Bieter hat mit seinem Angebot mindestens zwei vergleichbare Referenzaufträge aus den letzten 3 Jahren nachzuweisen. Beabsichtigt der Bieter den Einsatz eines Nachunternehmers im Rahmen der Auftragsausführung, muss dieser Nachunternehmer zusätzlich zu den o.g. Referenzen des Bieters selbst mindestens eine eigene Referenz nachweisen.

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg
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