Vergabe der Lieferung und Inbetriebnahme einer Anlage zur Konfektionierung von Klärschlammasche
Vergabe der Lieferung und Inbetriebnahme einer Anlage zur Konfektionierung von Klärschlammasche
Der ZAS als Auftraggeber beabsichtigt die Vergabe der Lieferung und Inbetriebnahme einer Anlage zur Konfektionierung von Klärschlammasche (nachfolgend: KS-Asche) aus dem neuen Drehrohrofen (Linie 5) des MHKW Darmstadt an einen Auftragnehmer. Im Zuge der laufenden Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen des MHKW wird künftig aus dem neuen Drehrohrofen KS-Asche als Monofraktion anfallen, die nach dem sog. EuPhoRe®-Verfahren thermo-chemisch behandelt wird. Diese KS-Asche soll gebrauchsfertig als normgerechtes Düngemittel konfektioniert (granuliert) werden. Laut aktuellem Rahmenterminplan ist der Zusammenschluss von Kessel L4 und dem Drehrohrofen (L5) für den 22.05.2028 vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt muss die KS-Asche entweder granuliert oder dem sog. „Schlecht-Asche-Silo" zur Entsorgung zugeführt werden. Die hierfür erforderliche Anlagentechnik muss bis zu diesem Zeitpunkt ausgewählt, geliefert, installiert und kalt in Betrieb genommen sein. Weiterhin weist die KS-Asche aufgrund des Behandlungsverfahrens und der schwankenden Klärschlammzusammensetzung spezifische Materialeigenschaften auf, die besondere Anforderungen an die Konfektionierungstechnik stellen. Der ZAS stellt dabei an das auszugebende Produkt die folgenden Anforderungen: - Die Herstellung mechanisch stabiler Granulate mit einer Mindest-festigkeit von ≥ 30 N, um die erforderliche Transport-, Lager- und Ausbringungsfähigkeit des Endprodukts sicherzustellen. - Einen batchweisen Betrieb der Anlage, um flexibel auf schwankende Rohstoffqualitäten – insbesondere bei Aschen aus dem thermo-chemischen Verfahren – reagieren zu können, ohne größere Ausschussmengen zu erzeugen. - Die Durchführung eines Teilaufschlusses der Ausgangsstoffe parallel zur Granulation, da diese verfahrenstechnische Integration maßgeblich für die pflanzenverfügbare Nährstoffbereitstellung und damit für die Düngemittelkonformität des Endprodukts ist. - Einen weitestgehend vollautomatisierten Produktionsprozess mit minimalem Ausschuss, um sowohl wirtschaftliche als auch ressourcenschonende Betriebsbedingungen zu gewährleisten. - Die Vermischung sämtlicher erforderlicher Komponenten bei gleichzeitiger Granulierung innerhalb eines integrierten Prozessschrittes, um Materialverluste zu minimieren, zusätzliche Schnittstellen zu vermeiden und homogene Granulateigenschaften sicherzustellen. - Die Einhaltung der Anforderungen der Düngemittelverordnung und der Düngeverordnung, um die Verkehrsfähigkeit des erzeugten Düngemittels sicherzustellen.