Alte Metzgerei jetzt WOHNEN Bad Kötzing - Planungsleistungen nach § 34 Gebäude und Innenräume HOAI 2021
Alte Metzgerei jetzt WOHNEN Bad Kötzing - Planungsleistungen nach § 34 Gebäude und Innenräume HOAI 2021
Die Stadt Bad Kötzting beabsichtigt die Sanierung und Umnutzung des sogenannten Schoiereranwesens („Alte Metzgerei“) in der Herrenstraße 3, unmittelbar neben dem Rathaus. Das nicht denkmalgeschützte Gebäudeensemble besitzt aufgrund seiner Geschichte und ortsbildprägenden Wirkung eine hohe städtebauliche Bedeutung. Teile des Bestands stammen aus dem 15./16. Jahrhundert. Zahlreiche Umbauten und Erweiterungen haben zu einer heterogenen Bau-, Trag- und Erschließungsstruktur mit unterschiedlichen Geschoss- und Fußbodenniveaus geführt. Das Vorhaben wird im Rahmen des Modellprojekts „Leerstand jetzt WOHNEN“ entwickelt. Ziel ist es, den Bestand möglichst umfassend zu erhalten, leerstehende Flächen zu aktivieren und bezahlbaren, zeitgemäßen Wohnraum mit ergänzenden gemeinschaftlichen und gewerblichen Nutzungen zu schaffen. Eine im Vorfeld ausgearbeitete Machbarkeitsstudie bildet vorallem für den Analyseteil eine wichtige Grundlage für das Konzept. Darin ist aufgezeigt, dass das Gebäude Potentiale zur Weiterentwicklung besitzt. Im Erdgeschoss wurden flexible Nutzungseinheiten für Gewerbe, Start-ups, Coworking sowie kreative und gemeinschaftliche Angebote untersucht. In den beiden Obergeschossen sollen Wohnungen entstehen. In der Studie werden Größen von etwa 23 bis 72 m² untersucht, die zuschaltbare Zimmer und kompakte Einbaumodule für flexible Nutzungen und eine hohe räumliche Qualität ermöglichen. Ein bestehender Zwischenraum bietet die Möglichkeit der Umgestaltung zu einem Lichthof mit neuer zentraler Treppe, Brücken und Galerien. Gemeinschaftliche Bereiche wie Waschküche, Gemeinschaftsraum mit Küche, Innenhof und begrünter Dachgarten ergänzen das Wohnangebot. Keller- und Gewölberäume sind als Lager- und Nebenflächen vorgesehen. Insgesamt umfasst das Konzept rund 837 m² Nutzungsfläche. Die weitere Planung hat die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu prüfen und zu einem genehmigungsfähigen, wirtschaftlichen und realisierbaren Gesamtkonzept weiterzuentwickeln. Besondere Anforderungen ergeben sich aus dem sensiblen Umgang mit der historischen und teilweise geschädigten Bausubstanz, den unterschiedlichen Höhenniveaus sowie den Anforderungen an Tragwerk, Brandschutz, Bauphysik, Barrierefreiheit und Technische Ausrüstung. Hinzu kommen die beengte innerstädtische Lage und die unmittelbar angrenzenden Nachbargebäude. Historische Bauteile, Oberflächen und ablesbare Zeitschichten sollen, soweit technisch und wirtschaftlich vertretbar, erhalten werden. Angestrebt werden ein einfacher und kostengünstiger Umbau, unkomplizierte und langlebige Konstruktionen, Lowtech-Lösungen sowie eine verlässliche Kosten- und Terminsteuerung. Dabei sollen geltende Baunormen in Bezug auf den Bestand kritisch hinterfragt werden. Die überschlägige Kostenschätzung weist für die Kostengruppen 300 und 400 rund 3,81 Mio. EUR aus. Davon fallen etwa 2,97 Mio. EUR auf die Baukonstruktion und etwa 0,84 Mio. EUR auf die Technischen Anlagen. Einschließlich der angesetzten Baunebenkosten ergibt sich ein vorläufiger Gesamtbetrag von rund 4,685 Mio. EUR brutto. Außenanlagen, Ausstattung sowie Herrichten und Erschließen sind nicht beziehungsweise nur nachrichtlich berücksichtigt. Die Kosten sind im Zuge der weiteren Planung und der erforderlichen Bestandsuntersuchungen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dabei sind Kosteneinsparungspotentiale zu finden und zu nutzen. Auf Wunsch des Stadtrats sollen die Kosten die eines Neubaus nicht überschreiten. • Zu vergebende Leistungen: Stufenweise Beauftragung der Leistungsphasen 1 - 9; Objektplanung gem. §34 HOAI 2021