Projektbeschreibung:
Vor dem Hintergrund eines Bevölkerungswachstums von ca. 2,5 % ist die Verbesserung der Beschäftigungs- und Einkommenssituation von jungen Menschen eine der bedeutendsten Herausforderungen in der Côte d"Ivoire. Jedes Jahr kommen zwischen 350.000 und 400.000 Jugendliche neu auf den Arbeitsmarkt. In diesem Zusammenhang ist eine zentrale Herausforderung der Beruflichen Bildung in der Côte d"Ivoire die fehlende Kohärenz zwischen Ausbildungsangeboten und Bedürfnissen des Privatsektors.
Das Vorhaben "Unterstützung der Berufsbildungsreform in der Côte d"Ivoire" zielt darauf ab Grundlagen für die Weiterentwicklung von arbeitsmarktorientierten Angeboten der kooperativen Berufsbildung in der Côte d"Ivoire aufzubauen. Der Zugang zur Berufsbildung für alle Bevölkerungsgruppen und die Verbesserung der Qualität der Ausbildung sind Teil der Umsetzung des Sozialprogramms der Regierung (PSGOUV).
In diesem Rahmen hat das Ministerium für Berufsbildung (METFPA) zwei strategische Orientierungen für die Umsetzung des PSGOUV festgelegt:
1) L"Académie des Talents (ADT): Maßnahmen, die darauf abzielen die Qualität des Berufsbildungssystems nachhaltig zu stärken.
2) École de la 2ème Chance (E2C): Ein Massenausbildungs- und Berufseingliederungsprogramm mit Ziel den großen Bestand an arbeitslosen Jugendlichen zu verringern.
Das Vorhaben "Unterstützung der Berufsbildungsreform in Côte d"Ivoire" leistet mit seinem Ansatz der kooperativen Ausbildung und seiner strategischen Ausrichtung der qualitativen Verbesserung des Systems zur Entwicklung von Ausbildungsstandards in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele der ADT. Das Vorhaben interveniert auf vier Ebenen und strukturiert sich wie folgt:
1) Stärkung der institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Koordinierung und Umsetzung der kooperativen Berufsbildung (Makro-Ebene): Beratung der Entwicklung von rechtlichen Rahmenbedingungen zur kooperativen Ausbildung, die institutionelle Kapazitätsentwicklung zur Steuerung von kooperativer Ausbildung sowie die Beratung zur Entwicklung einen nachhaltigen privat-öffentlichen Finanzierungskonzepts der kooperativen Ausbildung.
2) Stärkung der institutionellen und personellen Kapazitäten für die Verbesserung und das Qualitätsmanagement der kooperativen Berufsbildung (Meso-Ebene): Beratung nachgeordneter Institutionen des Berufsbildungsministeriums bei der Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems für die kooperative Ausbildung. Dies umfasst die Unterstützung bei der Verbesserung des Systems zur Entwicklung von Qualitätsstandards, Curricula nach dem kompetenzbasierten Ansatz sowie der Ausbildung von Lehrkräften und Ausbilder*innen.
3) Umsetzung von dualen Ausbildungsangeboten in Berufsbildungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor (Mikro-Ebene): Begleitung von vier Berufsschulen, Lehrkräften und Betrieben bei der Umsetzung und Einhaltung der im Output 1 und 2 entwickelten Regelungen und Qualitätsstandards. In diesem Kontext wurden die Sektoren Automechanik und Hotel- und Gaststättengewerbe identifiziert, in denen kooperative Ausbildungsprogramme umgesetzt werden.
4) Stärkung der Beteiligung der Privatwirtschaft an der Planung und Durchführung der kooperativen Berufsbildung: Beratung von Unternehmensverbänden und Kammern zur Stärkung ihrer Rolle in der kooperativen Berufsausbildung. Entwicklung von Konzepten für die stärkere Privatsektorbeteiligung in der kooperativen Ausbildung als Input für die Output 1 und 2. Capacity Building von Unternehmensverbänden und Kammern zum kooperativen Berufsbildungssystem. Beratung der Nationale Berufsbildungsagentur (AGEFOP) zur Entwicklung von sektorspezifischen Studien für Qualifikationsbedarfe und der Entwicklung eines Konzepts zur systematischen Umsetzung solcher Studien und der Entwicklung eines entsprechenden Informationssystems.
10015168-Beratung des Wissensmanagements zur nachhaltigen Verankerung der dualen Ausbildung in Côte d'Ivoire
Gegenstand ist eine Beratungsleistung zur Konzeption, Entwicklung und Umsetzung eines interaktiven, barrierearmen Gesamtwissensprodukts ohne Leistungen zur Entwicklung von Software, z.B. in Form eines interaktiven PDF, zur dualen/kooperativen Berufsbildung in Côte d"Ivoire im Rahmen des GIZ Vorhabens "Unterstützung der Berufsbildungsreform". Ziel ist es, Projektergebnisse, Instrumente und Lernerfahrungen systematisch zu bündeln, in einen kohärenten Systemzusammenhang (Makro/Meso/Mikro; Governance; Angebot - Nachfrage) einzuordnen und zielgruppengerecht für politische Entscheidungstragende, Fachverwaltungen, Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen aufzubereiten. Das Wissensprodukt dient als Referenz- und Lerninstrument, unterstützt Skalierung und institutionelle Verankerung der dualen Ausbildung und wird gemeinsam mit nationalen Partnern validiert und zur Nutzung übergeben.
Die Konzeption und Umsetzung des globalen Wissensprodukts umfasst:
a) Konzeption und Strukturierung:
In dieser vorbereitenden Phase soll ein schlanker Wissensmanagement- und Redaktionsprozess aufgesetzt werden: Dieser besteht aus einem gemeinsamen Redaktions-/Lenkungsteam, der die Inhalte per Redaktionskalender mit festen Reviewschleifen steuert. Wissen wird über Peer Learning, Workshops und Debriefings erhoben und mit standardisierten Templates dokumentiert; ergänzend werden Projektunterlagen systematisch ausgewertet. Auf dieser Basis entstehen eine gemeinsame Wissensarchitektur und ein zentrales Visual (z. B. Ausbildungszyklus). Eine Online/Offline Strategie definiert Primärplattform, Formate, Aktualisierungs- und Rechte-/Rollenprozesse. Zielgruppen werden definiert und passende Kommunikationslogiken abgeleitet.
b) Wissensmanagement und Systematisierung:
Es soll sowohl das explizite Wissen in Form von bereits vorhandenen Wissensprodukten als auch das implizite Wissen wie die in der Umsetzung gemachten Lernerfahrungen und Best Practices identifiziert, ausgewertet und in einen größeren Sinnzusammenhang gebracht werden. Dabei sollen sowohl relevante bestehende Wissensprodukte und Instrumente ausgewählt werden als auch Peer-Learning-Formate veranstaltet werden. Die Beiträge externer Partner sollen mitberücksichtigt werden.
c) Kommunikation und redaktionelle Aufbereitung:
Hier steht die Entwicklung eines klaren, konsistenten und zielgruppengerechten Narrativs im Vordergrund. Dies umfasst die verständliche Aufbereitung von vorhandenen Inhalten in unterschiedliche Formate unter Verwendung entsprechender medialer Inhalte.
d) Grafische Umsetzung und Layout:
Bei der graphischen Umsetzung steht ein zentrales Schaubild im Fokus sowie die Schematisierung weiterer Sinnzusammenhänge. Weiterhin muss ein konsistentes visuelles Erscheinungsbild sowie die technische Funktionalität (Navigation, Funktionalität) auch unter Offline-Bedingungen gewährleistet sein.